Lehrzahnräder werden für die Einflanken- und Zweiflanken-Wälzprüfung von Zahnrädern oder auch in anderen Wälzprüfverfahren (z. B. Geräuschprüfung, Rundlaufprüfung usw.) eingesetzt. Sie werden absolut hochgenau und vorwiegend in sehr kleinen Losgrößen hergestellt. Als Bezugsnorm für die Herstellung und Anwendung von Lehrzahnrädern galt bisher die DIN 3970:1974-11 Teil 1 (Lehrzahnräder) und Teil 2 (Aufnahmedorne). Diese Norm aus dem Jahr 1974 bestand seither unverändert fort. Die konstruktive Auslegung von Lehrzahnrädern für die Zweiflankenwälzprüfung war darin nur teilweise und lückenhaft beschrieben. Für die Klassifizierung der Lehrzahnräder wurde die DIN 3962 und DIN 3963 herangezogen, deren Toleranzen für Werkstücke jedoch nur bedingt für Lehrzahnräder geeignet sind.
Im April 2010 wurde nun die neue Lehrzahnradnorm DIN 3970:2010-04 herausgegeben.
Neben einigen begrifflichen und inhaltlichen Änderungen sind dabei wesentliche Neuigkeiten eingeführt worden, auf die wir unsere Kunden hinweisen möchten:
Der Geltungsbereich wurde nach unten bis Modul 0,2
ausgeweitet; dadurch wird die Norm DIN 58420:1981-08 endgültig überflüssig –
sie wurde bisher schon kaum verwendet.
Es wurden Genauigkeitsklassen A, B, C eingeführt; das
heißt, die Toleranzen der Einzelabweichungen für Lehrzahnräder werden nicht
mehr der DIN 3962 und DIN 3963 entnommen, sondern sind in der neuen DIN 3970
enthalten und den Erfordernissen an Lehrzahnräder angepasst worden. Damit diese sich von den Verzahnungsqualitäten Q2, Q3 und Q4 unterscheiden,
heißen sie Genauigkeitsklassen A, B und C.
Die Toleranzen, die für die Prüfmittelüberwachung
herangezogen werden, wurden definiert (1,5x Neuzustand).
Die FRENCO GmbH wird ab August 2010 nach dieser Norm arbeiten.
Das
bedeutet: Angebote, Zeichnungen und natürlich auch die Lehrzahnräder und
deren Beschriftung werden dieser neuen Norm entsprechen. Wenn Kunden
nun Lehrzahnräder z.B. nach Q3 anfragen, werden sie im Angebot die
Genauigkeitsklasse B finden, was im wesentlichen der Q3 entspricht. Im
folgenden sind die Relationen nochmal zur Info dargestellt:
Lehrzahnräder der Genauigkeitsklasse A werden zum Prüfen von Zahnrädern hauptsächlich der Verzahnungsqualitäten 4 und 5 nach DIN 3962 und DIN 3963 verwendet. Die Herstellung der Lehrzahnräder in Genauigkeitsklasse A ist nur aus bestimmten, besonders gut schleifbaren Werkstoffen möglich.
Lehrzahnräder der Genauigkeitsklasse B werden zum Prüfen von Zahnrädern hauptsächlich der Verzahnungsqualitäten 6 und 7 nach DIN 3962 und DIN 3963 verwendet und ist der „Standard“ für unbeschichtete Lehrzahnräder.
Lehrzahnräder der Genauigkeitsklasse C werden zum Prüfen von Zahnrädern hauptsächlich der Verzahnungsqualitäten 8 und gröber nach DIN 3962 und DIN 3963 verwendet. Diese Genauigkeitsklasse C ist „Standard“ bei beschichteten Lehrzahnrädern.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Herren: